thomas martong, http://martong.net
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Worum geht es?

Im Internet werden eher fragwürdige "Dienstleistungen" angeboten, deren einziger Zweck offensichtlich das Ziel ist, unvorsichtige Internetnutzer "abzuzocken".

Mit Sprüchen wie "teste deinen Sex, deine Lebenserwartung, deine Intelligenz", oder "Angeboten" zu Hausaufgaben, zu Rezepten oder frei zu versendenden SMS sollst du neugierig gemacht werden. Oder du landest auf einer Seite, wo du für den Download von kostenloser Software zahlen sollst.

Oft werden auch noch Gewinnspiele angepriesen, die aber in erster Linie vom Eigentlichen ablenken sollen...

Für diese "Dienstleistungen" werden dann völlig überzogene Kosten verlangt, meist als "Abo-Gebühren".

"Abo-Falle"

Nach Anmeldung mit der Angabe deiner persönlichen Daten geht das Spielchen los: Du beantwortest ein paar belanglose Fragen und erhältst ein noch belangloseres "Testergebnis".

Hinweise auf die Kosten sind in den so genannten AGB (allgemeine Geschäftsbedingungen) versteckt und befinden sich oft erst unterhalb der Buttons wie <Anmelden>, <Absenden>, <Test starten> oder ähnlich.

Sie sind meist sehr schlecht lesbar, von ihnen wird durch bunte Bildchen oder ein "Gewinnspiel" abgelenkt und/oder sie befinden sich außerhalb des (bei üblichen Monitor-Auflösungen) sichtbaren Bereiches. Aus diesem Grund werden sie von vielen einfach übersehen.

Sobald du deine Daten eingetragen und den entsprechenden Button angeklickt hast...

... ist die Abo-Falle zugeschnappt! Du wirst mit Rechnungen, Mahnungen und dann mit Inkassobriefen zugemüllt. Sogar die Erstattung einer Strafanzeige wird dir angedroht, solltest du falsche Angaben zu deiner Person gemacht haben. Ein (schlechter) Witz.

"Downloads"

Auf der Suche nach kostenloser Software, z.B. OpenOffice.org oder Mozilla Firefox, zeigt dir deine bevorzugte Suchmaschine etliche Treffer an, und du klickst auf einen der oberen Links. Etwas komisch ist es schon, dass du für den Download deinen Namen und deine Adresse eingeben sollst, aber was soll′s.

Allerdings solltest du spätestens dann stutzig werden, wenn solch ein Satz zu lesen ist:

"Ich akzeptiere die AGB und die Datenschutzerklärung und verzichte auf mein Widerrufsrecht."

Hallo? Wozu müssen für einen Download von kostenloser Software irgendwelche AGB akzeptiert werden. Wieso der Verzicht auf mein Widerrufsrecht?

Die Seite solltest du dir ganz genau ansehen. Lässt sie sich nach unten oder zur Seite scrollen? Sind viele bunte Bildchen oder Buttons zu sehen, die womöglich auch noch blinken und blitzen und vom Wesentlichen ablenken?

Wahrscheinlich findet sich irgendwo auf dieser Seite dann so etwas in der Art:

"Durch Drücken des Buttons <Anmelden> entstehen Ihnen Kosten von (einer Menge) Euro inkl. Mehrwertsteuer pro Jahr (?? Euro/Monat, Vertragslaufzeit: 2 Jahre)."

Aha! Und Tschüss...

"Vertipper-Domain"

Seit einiger Zeit sind "Abzocker" dabei, reihenweise Vertipper-Domains zu registrieren. Diese führen scheinbar auf eine Seite mit einer regulären Downloadmöglichkeit für kostenlose Programme wie z.B. OpenOffice.org, Mozilla Firefox oder Thunderbird, Filezilla und andere. Anschließend werden dann unaufmerksamen "Bestellern" Jahres-Abonnements für eher zweifelhafte "Dienstleistungen" untergeschoben.

So existieren z.B. auch Vertipper-Domains, die sich nur in einem einzigen Buchstaben von den Originalen unterscheiden.

Hinweise auf "Abzocker": Sie verlangen vor dem Download das Ausfüllen eines Formulars mit Angabe von Name, Postanschrift und Geburtsdatum.

Der Unterschied: Zum Download z.B. der oben angeführten Programme müssen -nie- persönliche Daten angeben werden, das Herunterladen ist stets kostenlos und ohne Registrierung möglich (obwohl auch nichts gegen eine Registrierung beispielsweise auf den -Herstellerseiten- der genannten Programme spricht)!

Ein Beispiel gefällig?

Unter http://de.openoffice.org/ kann die freie Bürosoftware "OpenOffice.org" heruntergeladen werden - selbstverständlich kostenlos.
Und was passiert, wenn bei der Eingabe der Adresse ein (sich anbietender) Buchstabe weggelassen wird? Probiere es selbst aus ;-)

Achtung: Sollte bei diesem Beispiel tatsächlich eine Webseite aufgerufen werden, die für den Download des kostenlosen Programmes die Eingabe persönlicher Daten und das Akzeptieren von irgendwelchen AGB erforderlich macht, dann wirst du ja wohl nicht...

Eine Rechnung?

Hast du eine Rechnung/Mahnung in deinem Briefkasten vorgefunden? Dann stellt sich die Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Drei Möglichkeiten gibt es:

  • Du warst unachtsam und hast deine Daten auf einer der oben beschriebenen Seiten eingetragen.
  • Irgend jemand hat mit deinen Daten die "Leistung" in Anspruch genommen.
  • Der "Abzocker" hat sich deine Daten aus irgendwelchen öffentlich zugänglichen Quellen angeeignet (eher unwahrscheinlich, bislang ist ein derartiger Fall auch nicht bekannt).

Jetzt gilt es, nicht die Nerven zu verlieren! Hast du die Seite gar nicht aufgesucht oder war es vielleicht dein minderjähriger Nachwuchs, so dürfte es gar keine Probleme geben. Hast du dich selbst "angemeldet", ist meiner bescheidenen Meinung nach trotzdem kein gültiger Vertrag zustande gekommen, da die Kosten (für im Grunde genommen keine Leistung) versteckt auf der Webseite oder in irgendwelchen AGB aufgeführt sind.

Also würde ich persönlich das Spielchen mitspielen - soll bedeuten, ich würde auf derartige Schreiben gar nicht reagieren. Erst wenn, was ich überhaupt nicht glauben möchte, tatsächlich etwas "Amtliches", z.B. ein Mahnbescheid von einem deutschen Gericht, in meinem Briefkasten landet, ginge es los: Widerspruch einlegen und es auf einen Gerichtstermin ankommen lassen.

Vielleicht würde ich aber auch zur Absicherung einen Brief an den Absender der Rechnung oder Mahnung schreiben. Das hat nämlich auch seine Vorteile:

Bei einem Widerspruch dürfen die "Gläubiger" im Zusammenhang mit der Forderung keine weiteren Kosten mehr berechnen, die vermeidbar gewesen wären, wie z.B. Inkassokosten oder weitere Mahnkosten. Es bleibt dann tatsächlich nur ein gerichtliches Mahnverfahren und die Zivilklage.

Sollten dann noch weitere Forderungen mit immer höheren Kosten in gleicher Sache eingehen, müsste ich denen nun wirklich keine Beachtung mehr schenken, schließlich habe ich meinen Willen, nämlich nicht zahlen zu wollen, erklärt.

Etwaige Androhungen mit einem Eintrag bei der Schufa lassen mich dann auch völlig kalt, dort werden nach den Schufa-Regeln nur unbestrittene Forderungen eingetragen. Also nix mit negativem Schufa-Eintrag.

Für den Fall, dass ich tatsächlich die Abzockseite gar nicht aufgesucht und auch mit absoluter Sicherheit nicht auf irgendwelche Aktivierungslinks in mir zugesandten E-Mails geklickt habe, würde ich vielleicht so formulieren:

Da ist dann allerdings noch die Sache mit der IP-Adresse, die in der Rechnung oder Mahnung als "Beweis" für die Anmeldung angegeben wurde. Ist das vielleicht doch die Adresse, die mir zum angegebenen Zeitpunkt zugeteilt gewesen war?

Nun ja, letzendlich ausschließen kann man diesen Fall nicht (Familie?), aber was soll die IP-Adresse beweisen? Dass mein Provider der XY ist? Da es sich hier ganz offensichtlich um eine zivilrechtliche Angelegenheit handelt, ist die Zuordnung des Anschlussinhabers hinter der IP-Adresse schon allein aus rechtlichen Gründen so gut wie ausgeschlossen.

Dazu kommt, dass ich als Anschlussinhaber meine persönlichen Daten wirklich nicht für eine derartige Anmeldung in irgend ein dubioses Anmeldeformular eingetragen habe. Mit wem also wurde der Vertrag nun geschlossen? Ich war es nicht und bin deshalb auch nicht bereit, zu zahlen. Egal, auf welche Art und Weise ich auch immer eingeschüchtert werden soll.

Ach ja, was steht da noch in diesem Schreiben? Für den Fall, dass ich die Seiten selbst nicht aufgesucht habe, möge ich bei der Polizei eine Anzeige erstatten. Ich?

In Grunde genommen ist der Abzocker "geschädigt" worden, soll der sich doch um die Erstattung einer Anzeige kümmern, wenn er der Meinung ist, um sein Geld für die "erbrachte Leistung" betrogen worden zu sein.

Da ich also nicht auf die Abzocker hereingefallen bin und trotzdem eine Rechnung erhalten habe, besteht natürlich die Möglichkeit, dass sich mein noch nicht volljähriges Kind angemeldet und dabei noch mit der Altersangabe "geschummelt" hat, weil das Pulldown-Menu nur die Möglichkeiten ab achtzehn Jahren aufwärts bietet.

Einem solchen Vertrag hätte ich als Erziehungsberechtigter nie zugestimmt, und genau das würde ich auch schreiben:

Für den Fall, dass ich tatsächlich selbst auf so eine Abzocke hereingefallen bin, würde ich mich zunächst einmal ärgern.

Und ärgern...

Wenn der Ärger dann nach einigen Stunden abgeklungen ist, würde ich einen Brief schreiben, der in etwa so lauten würde:

Damit keine Missverständnisse entstehen: Es handelt sich hier um Formulierungen, wie ich sie benutzen würde, um mich gegen die Abzocke zu wehren. In Kauf nehmen würde ich dabei auch eine Verhandlung vor einem Gericht (mit entsprechenden Kosten im Falle einer Niederlage).

Es handelt sich nicht um eine Rechtsberatung, eine solche kann diese Seite hier niemals ersetzen.

Solltest du der Meinung sein, bestimmte Teile für dich übernehmen zu wollen, dann auf eigenes Risiko. Sollte etwas schiefgehen, übernehme ich dafür keinerlei Verantwortung!

BTW, falls sich aus Versehen mal ein Abzocker auf diese Seiten verirren und sich bewogen fühlen sollte, mich aus welchem Grund auch immer anzeigen oder abmahnen zu müssen:

Bitte wenden Sie sich direkt an "meine" Rechtsanwälte Reinhard Kettler und Bernd Krajewski, Berliner Straße 73, 38226 Salzgitter-Lebenstedt, Telefon +49 (0)5341 / 17044.

Vielen Dank :-)