
Du nutzt ein Betriebssystem der Fa. Microsoft (Windows) und dein Computer zeigt nach dem Start das dir bekannte Bild (Galerie): Du sollst einen gewissen Geldbetrag zahlen, um wieder an Deine Daten zu gelangen. Und tatsächlich, der Windows-Desktop wird einfach nicht angezeigt.
Um es gleich vorwegzunehmen: Zahle nicht, denn das hilft dir auch nicht weiter. Einen Code zur Freischaltung wirst du nicht erhalten.
Im Internet wirst du bei einer Suche etliche Webseiten finden (wie z.B. https://www.botfrei.de/), die dir mehr oder weniger eine Hilfestellung anbieten, wie dieses Trojanische Pferd von deinem Rechner entfernt werden kann.
Seriöse Seiten werden aber auch darauf hinweisen, dass
Auch ich rate in jedem Fall zu einer Neuinstallation. Dieses dürfte jetzt vermutlich nicht dem entsprechen, was du eigentlich erwartet hast, nämlich eine Anleitung, wie du das Trojanische Pferd einfach entfernen und ohne großartigen Zeitaufwand weiter an deinem Computer arbeiten kannst.
Bedenke bitte: Auf deinem Computer befindet sich Schadsoftware, die es Fremden ermöglicht, über das Internet auf deine Festplatte und somit auf deine Daten zuzugreifen oder vielleicht über deinen Computer Straftaten zu begehen.
Auch wenn ein Antivirenprogramm melden sollte, die auf deinem Computer befindliche Schadsoftware sei entfernt: kannst du dir da wirklich absolut sicher sein? Was ist, wenn eine bislang unerkannte Routine weitere Dateien in deinem System infiziert hat, sich erst einmal still verhält und irgendwann in näherer Zukunft erneut zuschlägt?
Bevor du eine Neuinstallation grundsätzlich ausschließt, solltest du dir folgende Fragen stellen:
Wenn du jetzt meinst, es wäre alles in Ordnung gewesen, solltest du dich allerdings auch noch fragen, warum du dies hier überhaupt liest. Denn irgendwie wird sich die Schadsoftware ja auf deinen Computer verirrt haben.
Solltest du zu den wenigen Computernutzern gehören, die Ihre wichtigen Daten, z.B. Dokumente und Bilder, nicht einfach der Festplatte anvertrauen, sondern ein aktuelles Backup besitzen, kannst du diesen Abschnitt überspringen.
Du weißt, dass eine Festplatte auch einmal schnell ihre Tätigkeit einstellen kann und hast für diesen Fall mit einer oder mehreren Sicherungen vorgesorgt.
Für alle anderen gilt:
Starte dein Betriebssystem im "Abgesicherten Modus". Dazu drückst du während des Hochfahrens mehrmals die Taste <F8> und wählst im erscheinenden Dialog eben diesen.
Schließe eine externe Festplatte oder einen Stick über USB an den Computer an. Kopiere alle für dich wichtigen Daten auf das angeschlossene externe Medium und überprüfe anschließend, ob diese Daten auch ordnungsgemäß kopiert wurden.
Für den Fall, dass du nicht in den abgesicherten Modus gelangst, bleibt nur der Weg über eine Live-CD (z.B. Linux Mint oder Knoppix). Lass dir ein Image herunterladen, brennen, und starte den Rechner dann mit dieser CD.
Deine Dateien findest du mit Doppelklick auf den sich bereits nach dem Start auf dem Desktop befindlichen Ordner mit der Bezeichnung ".. GB Dateisystem" (oder ähnlich).
Persönliche Daten wie Dokumente, Bilder oder Musik speichert Windows XP unter "Dokumente und Einstellungen/<dein Benutzername>", Windows 7 unter "Users/<dein Benutzername>".
Verbinde über USB ein Laufwerk oder einen Stick. Hier dürfte sich gleich das Fenster eines Dateimanagers (ähnlich dem Windows Explorer) öffnen, wenn nicht, Doppelklick auf das neue Symbol auf dem Desktop.
Die Daten kopieren und anschließend nicht vergessen zu kontrollieren, ob auch wirklich alles auf dem externen Datenträger gespeichert wurde.
Nach dem Sichern der Daten installierst du dein Betriebssystem neu. Solltest du nicht wissen, wie das funktioniert, schaue im Handbuch nach, das dem Computer beigefügt sein sollte oder bitte jemanden um Hilfe, der sich damit auskennt.
Achtung: Die Rede ist hier tatsächlich von einer Neuinstallation und nicht von einer "Reparaturinstallation" oder "Systemwiederherstellung"!
Nach der Installation hast du ein "sauberes" Betriebssystem vor dir. Jetzt ist es wichtig, dieses auch auf den aktuellen Stand zu bringen:
Installiere die erforderlichen Service Packs. Aktuell ist für Windows XP das Service Pack 3, für Vista das SP 2 und für Windows 7 das SP 1. Aktiviere die "Automatischen Updates".
Beachte:
Für Windows 2000, XP mit Service Pack 2 und Vista ohne aktuelles Service Pack ist der Support von Mikrosoft bereits 2010 abgelaufen.
Der Support für Windows Vista soll noch bis April 2017 laufen, das installierte Service Pack 2 vorausgesetzt. Windows XP mit Service Pack 3 (alle Versionen) wird voraussichtlich noch bis April 2014 unterstützt, Windows 7 bis Januar 2020.
Auf eine Internetnutzung mit Versionen, für die es keine Sicherheitsupdates mehr gibt, solltest du in jedem Fall verzichten.
Bei den oben genannten Windows-Versionen ist die integrierte Firewall aktiv. Belasse es dabei. Auch im Router, sofern du einen verwendest, dürfte sich eine Firewall befinden. Überprüfe, ob diese eingeschaltet ist.
Greifst auf den kostenlosen Virenschutz von Avira oder AVG zurück? Grundsätzlich ist dieser Schutz besser als kein Schutz, allerdings kann hier noch ein wenig nachgebessert werden.
Wenn du nicht auf eine kommerzielle Version zurückgreifen möchtest, installierst du zumindest noch ein Programm, das verhaltensorientiert arbeitet (z.B. das für den privaten Gebrauch kostenlose ThreatFire).
Suche im Antivirenprogramm nach einer Option, die es ermöglicht, den Computer in regelmäßigen Abständen nach Malware zu durchsuchen (z.B. Avira: Verwaltung --> Planer). Sollte es eine solche nicht geben, starte selbst regelmäßig einen Suchlauf oder erstelle eine Aufgabe über die Aufgabenplanung (die Windows-Hilfe gibt dazu Auskunft).
Häufige Einfalltore für Malware sind veraltete Programme, die auf dem Computer installiert sind. Hier sind in der Vergangenheit beispielsweise der Adobe Reader (zur Anzeige von PDF-Dateien) oder Java aufgefallen.
Aller Wahrscheinlichkeit nach werden aber auch in dem von dir verwendeten Browser oder dem Programm zum Abspielen von Multimediainhalten in naher Zukunft immer wieder Lücken festgestellt werden.
Es ist also wichtig, neben dem Betriebssystem auch die installierten Programme auf dem neuesten Stand zu halten. Falls vorhanden, nutze die integrierten Updatefunktionen.
Ein für den privaten Gebrauch kostenloses Programm zur Überprüfung auf Aktualität von auf Windowsbetriebssystemen installierter Software ist der Personal Software Inspector (PSI) von Secunia. Die Software informiert über veraltete und unsichere Installationsversionen (Achtung, Datenschutz: eine Liste der installierten Programme wird an Secunia übermittelt).
Vor der Verwendung bestimmter Programme solltest du dir überlegen, ob der gebotene Umfang für dich überhaupt erforderlich ist und ggf. auf eine (schlanke) Alternative umsteigen.
Bleibt noch der letzte Ratschlag, wobei allerdings bei dessen Umsetzung die Nutzung von Windows für viele zwar ein wenig umständlicher erscheinen mag, dafür aber deutlich sicherer wird:
Zum Arbeiten und für die Internet-Nutzung richtest du einen (oder mehrere) Benutzer mit eingeschränkten Rechten (Windows XP) oder Standardbenutzer (Windows 7) unter Systemsteuerung --> Benutzerkonten ein. Der Benutzer mit Administratorrechten erhält ein Passwort.
Für Windows 7: Nachdem du dein System nach deinen Wünschen eingerichtet hast, stellst du den Schieberegler für die Benutzerkontensteuerung (siehe Windows-Hilfe) auf die höchste Stufe.
Änderungen am System durch einen "normalen" Benutzer erfordern so nun die Eingabe des Passwortes und nicht nur das einfache Geklicke auf die erscheinende Abfrage (Windows 7), ohne diese überhaupt richtig wahrzunehmen. Nutzer von Windows XP wechseln zum Benutzerkonto mit administrativen Rechten oder starten Installationen mit Rechtsklick auf die Datei und wählen dann "Als Administrator ausführen".
Zumindest dadurch sollte eigentlich jedem Nutzer des Computers bewusst sein, dass ein Eingriff vorgenommen werden soll, der ggf. auch unangenehme Folgen, sprich z.B. die Installation von Schadsoftware, haben kann.
BTW, allein schon mit dieser Maßnahme hättest du dein jetziges Problem nicht...
Im Grunde genommen hast du wirklich noch Glück gehabt. Deine Daten sind nicht weg und ein größerer Schaden ist nicht eingetreten, mal abgesehen davon, dass du jetzt ein wenig Zeit opfern musst, dein Betriebssystem wieder neu aufzusetzen.
Auf deiner Festplatte hätte sich auch noch andere Schadsoftware befinden können oder befindet sich gar noch darauf und kann jetzt nicht mehr zum Zuge kommen.
Viel mehr Ärger hättest du, wenn es beim Onlinebanking zu Problemen gekommen, dein Rechner ferngesteuert z.B. zum Herunterladen von Filmen, Musik oder für einen Angriff auf andere Internetnutzer missbraucht worden wäre. Das hätte richtig teuer werden können.
Oder wenn deine kompletten Daten einschließlich derer auf dem zufällig angeschlossenen externen Backup-Laufwerk verschlüsselt worden wären. Dokumente, Bilder, Musik - alles unwiederbringlich verloren.
Sieh′ es als Neuanfang. Und ich hoffe, dass auch für dich nach dem Lesen dieser Seite nichts anderes als eine Neuinstallation in Frage kommt...