
Obwohl der Begriff "Raubkopie" häufig Verwendung findet, wird hier nichts mit (angedrohter) Gewalt weggenommen. Deshalb trifft "Schwarzkopie" (angelehnt an Schwarzmarkt, Schwarzseher oder -hörer) die Sache wohl schon eher.
Wie auch immer, im Grunde genommen beschreibt beides das Gleiche, und zwar das Erstellen, den Besitz oder die Nutzung einer unrechtmäßigen (Software-, Musik-, Film-, Bild-) Kopie.
Wenn du jetzt meinst, ich werde hier einige Tipps geben, wie du sicher und unerkannt an derartiges Material gelangen kannst, dann liegst du falsch. Für mein Rechtsempfinden ist das Erstellen oder die Nutzung einer Schwarzkopie gleichzusetzen mit Diebstahl. Und nur, weil mir mit meinem Computer die Möglichkeit gegeben ist, derartige Kopien in völliger Anonymität zu erstellen, werde ich das bestimmt nicht tun. Schließlich gehe ich auch nicht zum Supermarkt um die Ecke und klaue da ein paar DVDs aus dem Regal.
Und eine Frage an diejenigen (Wenigen) unter uns, die ganz stolz verkünden, sie "hätten da was...": Worauf seid ihr stolz? Dass ihr den Urheber um seine Anerkennung, sprich sein Geld bringt, weil ein Anderer z.B. die unter Mühen fertig gestellte Software gecrackt und ins Internet gestellt hat, wo ihr sie dann einfach heruntergeladen habt? Tolle Leistung, ihr könnt wirklich stolz auf euch sein :-(
Erhaltet ihr eigentlich am Monatsende immer Geld für eure geleistete Arbeit?
Neben der Erstellung von Schwarzkopien bestehen natürlich auch etliche Möglichkeiten, rechtmäßige Kopien zu erstellen. Aber was darf ich, und was darf ich nicht?
Dazu erst einmal ein paar grundlegende Hinweise:
Deshalb musst du davon ausgehen, dass es sich bei Filmen, Musik oder Software, die gerade erst in den Handel gelangt sind und trotzdem z.B. schon im Internet zum kostenlosen Download angeboten werden, ausnahmslos um Schwarzkopien handelt. Schließlich sollen mit der legalen Verwertung Produktionskosten hereingeholt und ein Gewinn erzielt werden, denn ohne einen Gewinn wird es keine neue Software, Filme oder Musik mehr geben.
Das Kopieren von Filmen dürfte sich damit erledigt haben, auf den hier erhältlichen DVDs ist grundsätzlich ein Kopierschutz enthalten. Bei den Musik-CDs liegt der Fall ein wenig anders, viele werden ohne "Schutz" vertrieben.
Neben einem ausführlichen Artikel (z.B. Beschreibung von Software und deren Funktionsweise, Links ins Internet) mit einer Anleitung, wie du theoretisch das Urheberrecht verletzen könntest, finden sich meist auch kleinere Hinweise darauf, dass du das ja eigentlich nicht darfst. Was soll der Mist dann eigentlich?
Hey, Moment mal, war da nicht was vom Bundesgerichtshof bezüglich der Vorratsdatenspeicherung? Die Daten dürfen doch nur bei erheblichen Straftaten herausgegeben werden.
Stimmt, die "Verbindungsdaten". Das gilt aber nicht für "Bestandsdaten", und genau um solche handelt es sich, wenn bei deinem Provider angefragt wird, welchem Telefonanschluss zu einem genau festgelegten Zeitpunkt eine bestimmte IP-Adresse zugewiesen worden war.
Im Gegenteil, im Grunde genommen sind das sehr sinnvolle Ansätze, die Last im Internet zu verteilen, gerade beim Download von großen Dateien wie z.B. einer Linux-Distribution. Das Problem liegt bedauerlicher Weise darin, dass diese "Tauschbörsen" (eigentlich ist der Begriff nicht ganz richtig, da ich nicht tausche, sondern eine weitere Kopie anlege) für die Verbreitung von illegalen Dateien missbraucht werden.
Keine Probleme gibt es bei Open-Source-Software wie z.B. OpenOffice.org. Derartige Programme darfst du nicht verkaufen, dafür aber kopieren, weitergegeben und auch auf eigene Bedürfnisse hin anpassen und/oder verändern. Wenn du letzteres vorhaben solltest: Lies dir die Lizenzbestimmungen durch, denn auch deine Programme unterliegen diesen weiterhin.
Bei Free- und Shareware musst du ebenfalls die Lizenzen betrachten. Bei vielen Programmen ist die Weitergabe ausdrücklich erlaubt und erwünscht, andere dürfen z.B. nur über die Homepage des Programmierers verbreitet werden.
Grundsätzlich besteht auch bei kommerzieller Software das Recht auf eine Sicherungskopie. Diese Sicherungskopie dient, wie der Name schon sagt, der Sicherung. Die Kopie darf nicht bzw. nur mit der Originalsoftware weitergegeben werden.
Gibst du das Original weg, darfst du die Sicherungskopie nicht behalten, es würde sich dann, obwohl zunächst ordnungsgemäß erstellt, trotzdem um eine Schwarzkopie handeln! Das gleiche gilt für das Programm selbst, solltest du es nicht von deinem Computer gelöscht haben.
Das eigentliche Problem: Sollte ein Kopierschutz bestehen, dürftest du dir von der Software (und zwar nur von Software) trotzdem eine Kopie erstellen. So weit, so gut. Da das Programm für die Erstellung der Kopie allerdings den Kopierschutz umgehen würde, wäre es genau aus diesem Grunde in Deutschland verboten. Aha...
Wie weiter oben schon angesprochen, ist auf den DVDs grundsätzlich ein Kopierschutz enthalten. Legale Brennprogramme werden daher den eingeleiteten Kopiervorgang mit einem entsprechenden Hinweis abbrechen.
Filme aus dem Internet herunterzuladen ist grundsätzlich illegal, es sei denn, der Urheber würde dieses ausdrücklich gestatten.
Manchmal frage ich mich auch, wer überhaupt Interesse haben kann z.B. an Filmen, bei denen das Bild wackelt oder schief steht, die Farben zu wünschen übrig lassen, der Ton klingt, als käme er aus einer Blechdose, Leute durch das Bild laufen oder deren Lachen zu hören ist. Da lasse ich doch lieber ein paar Ocken in der Mediathek.
Völlig legal ist es, Filme aufzuzeichnen, die im Fernsehen ausgestrahlt werden. Obwohl du hier jetzt eine rechtmäßige Kopie besitzt, darfst du sie natürlich trotzdem nicht weiter verbreiten, z.B. im Internet zum Download anbieten oder aber den Film öffentlich aufführen (Ausnahme: siehe Musik).
Viele CDs lassen sich kopieren, auslesen (grabben) und z.B. als "MP3" abspeichern.
Die Kopie darfst du in einem gewissen Rahmen weitergeben, z.B. an nahe Verwandte oder enge Freunde. Aber: Früher ging man von sieben, heute nach gängiger Meinung eher nur von drei Kopien aus, die du erstellen darfst. Die genaue Anzahl ist letztendlich gerichtlich noch nicht festgelegt worden.
Auch sind weitere Beschränkungen zu beachten. Die Musik darf z.B. nicht öffentlich aufgeführt werden. Bei einer von deinen Partys ist das kein Problem, aber spätestens auf eurem Straßenfest oder in der Disco, wo du aufgrund der großen MP3-Sammlung auf deinem Laptop als DJ sehr beliebt bist, wäre Feierabend. Und das, obwohl du im Besitz sämtlicher Original-CDs bist. Naja...
Auch hier das Übliche: Der Download von Musik (meist als MP3) aus dem Internet ist grundsätzlich illegal. Legal dagegen ist nach herrschender Meinung (zurzeit, aber wie lange noch?) das Mitschneiden des Streams der Internet-Radiosender.
Einige Internetradio-Programme bieten die Möglichkeit, Streams aufzuzeichnen. Für manche Sender existieren sogar "Schneidelisten", nach welchen die einzelnen Musikstücke exakt getrennt werden. Wieder andere speichern gleich die Titel in einem Verzeichnis, welches unter dem Namen des Interpreten angelegt wurde.
Vorsicht bei der Verwendung von Bildern, Grafiken oder auch Straßenkarten, die du nicht selbst erstellt hast!
Es wäre ja auch zu einfach. Du brauchst ein Bild von einem bestimmten Gegenstand für eine Versteigerung auf einer Onlineplattform. Das ist auch ruckzuck auf der Herstellerseite gefunden, kopiert und untermauert nun dein Angebot - ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Ja, und die Abmahnung, die dir ins Haus flattern wird, sagt mehr als tausend Euro. Solltest du einmal ein Bild oder eine Grafik für was auch immer nutzen wollen, bitte zuerst den Urheber um Erlaubnis und lasse dir seine Genehmigung schriftlich geben. So bist du auf der sicheren Seite.
Du benötigst eine Straßenkarte? Dann schau mal bei OpenStreetMap vorbei. Bevor du die Karte verwendest, lies und beachte die Lizenz.
Insgesamt kann also festgestellt werden, dass das Erstellen einer Kopie grundsätzlich erlaubt ist, wenn ein Original vorliegt und dieses nicht kopiergeschützt ist.
Filme legal zu kopieren ist (fast) völlig ausgeschlossen, während es bei Musik alternative Wege gibt, die Sammlung legal auszubauen. Allerdings sollte nicht vergessen werden, ab und an CDs von den bevorzugten Interpreten zu kaufen oder die Musik kostenpflichtig herunterzuladen - die Künstler wollen schließlich auch leben.
Bei Software kann das Thema Schwarzkopie umgangen werden, indem man auf OpenSource, Freeware, auf Vollversionen oder Vorgängerversionen bestimmter Programme von den Heft-DVDs (-CDs) der vielen Computerzeitschriften ausweicht. Warum ein teures Office kaufen, welches nach kurzer Zeit schon wieder überholt ist, wenn kostenlos ein mindestens vergleichbares Produkt zu bekommen ist, welches zudem ebenfalls kostenlos immer aktuell gehalten werden kann.
Das Kopieren von Bildern und Grafiken ist zwar einfach (Internet, Scanner), bei einer beabsichtigten Veröffentlichung müssen aber immer die Lizenzbestimmungen beachtet werden. Bei einer rein privaten Nutzung, z.B. als Bildschirmhintergrund dürften in den meisten Fällen auch der Lizenz nach keine Probleme zu erwarten sein.
Sollte die Versuchung noch so groß sein, sich z.B. im Internet von den oft auf Tonga gehosteten Inhalten zu bedienen oder eine kostenpflichtige Newsgroup zu abonnieren, die auch Dateianhänge zulässt - vergiss es. Es ist ganz eindeutig, das diese Dateien illegal ins Netz gestellt wurden. Zudem kannst du nie wissen, wer welche Daten speichert. Schneller als du denkst, flattert dir eine Abmahnung und eine Schadensersatzforderung ins Haus. Und eines kannst du mir glauben: Je nach Sachlage werden sich die Forderungen zwischen einer vier- und fünfstelligen Summe einpendeln!